8. German Arab Gulf Dialogue 2026
Deutschland und die Golfstaaten in bewegten Zeiten
Mit Prinz Turki AlFaisal, Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour
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Milliardeninvestitionen in Bayern vereinbart.
München, 11.09.2026
DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu und
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Im Rahmen des „Revitalizing Libyan-German Dialogue“-Programm der Konrad-Adenauer-Stiftung, das vom 8. bis 13. Juni 2026
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Wie können digitale Werkzeuge zur Erhaltung des Kulturerbes, zum Wiederaufbau von Städten und zur Bewertung von Kulturdenkmälern eingesetzt werden? Welche Rolle spielt die staatliche Landverwaltung bei der Erhaltung des kulturellen Erbes?
Diese Fragen standen in der DAFG – Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V. am 6. Mai 2025 im Mittelpunkt des Vortrags „Revival of Aleppo as a Post-War City – Digital Documentation and Social Land Policy“. Die beiden Referenten Dr. Rahaf Orabi und Prof. Dr. Fabian Thiel beleuchteten die Bemühungen um den Wiederaufbau Aleppos und gaben sowohl faszinierende Einblicke in die neuesten digitalen Dokumentationswerkzeuge als auch in die entscheidende Rolle, die soziale Bodenpolitik beim Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes spielt.
In seiner Einführung in den Vortrag betonte DAFG-Vizepräsident Prof. Dr. Claus-Peter Haase, die große Bedeutung, die eine genaue und vor allem detailreiche Dokumentation des kulturellen Erbes Syriens und insbesondere Aleppos für eine erfolgreiche und authentische Rekonstruktion hat.
Digitale Werkzeuge ermöglichen authentischen Wiederaufbau
Was für eine große Rolle bei einer solchen authentischen Rekonstruktion dabei inzwischen digitale Technologien spielen, machte anschließend Dr. Rahaf Orabi in ihrem auch für Laien leicht verständlichen und informativen Vortrag deutlich. Seit 2022 arbeitet Orabi am Cyprus Institute als forschungstechnische Wissenschaftlerin im Science & Technology in Archaeology and Culture Research Center (STARC) an der Dokumentation, Analyse, Visualisierung und Digitalisierung gefährdeten Kulturerbes und leitete ein groß angelegtes 3D-Dokumentationsprojekt in der Altstadt von Aleppo, das sich zum Ziel gesetzt hatte, das historische Stadtgefüge digital zu rekonstruieren.
Mit vielen praktischen Beispielen aus ihrer Arbeit, gab Orabi einen Überblick über die zu Verfügung stehenden digitalen Werkzeuge wie terrestrisches Laser Scanning, Luftbild-, und terrestrische Fotogrammetrie, die helfen, umfassende und detailreiche Bestandsaufnahmen von urbanen Strukturen anzufertigen. 3D-Kataster, also dreidimensionale digitale Darstellung von Gebäuden und Grundstücken, ermöglichen eine genauere Darstellung des Ist-Zustands der Altstadt Aleppos und der durch die kriegerischen Auseinandersetzungen entstandenen Schäden. Sogenannte „digitale Zwillinge“, digitale Kopien eines physischen Objekts, oder in diesem Fall, einer Stadt erlauben eine Visualisierung, die gleich mehrere Vorteile gegenüber den herkömmlichen Verfahren bietet. Sie können die bessere Planung von Infrastruktur, helfen bei der Klärung von Fragen des Besitzrechtes und unterstützen bei der Entwicklung von Katastrophenschutzplänen. Darüber hinaus liefern sie durch Materialanalyse Aufschluss darüber, welche Materialien für den Wiederaufbau der Aleppos geeignet sind, um zukünftige Schäden, zum Beispiel durch Umwelt- und Klimaeinflüsse zu verhindern.
Mit dem „digitalen Zwilling“ gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern
Doch der Einsatz digitaler Technologien bei Rekonstruktion, Schutz und Erhalt der Altstadt Aleppos hat nicht nur rein technische Vorteile, betonte Orabi. Digitale Werkzeuge wie der „digitale Zwilling“ bieten gleichzeitig auch die Möglichkeit, durch eine ansprechende Visualisierung und interaktive Elemente die das Thema für das allgemeine Publikum - und vor allem die Bewohner der Altstadt selber - zugänglich zu machen. Dadurch, so Orabi, werden die Bewohner motiviert, sich aktiv in den Aufbauprozess einzubringen, sich für ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu interessieren und sich der eigenen kulturellen Identität bewusst zu werden. Diese gemeinsame kulturelle Identität und ein Verantwortungsbewusstsein für den Erhalt des gemeinsamen kulturellen Erbes sind für Orabi wichtige Elemente, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der in den Jahren des Konflikts gelitten hat, wieder herzustellen.
Bodenpolitik als wichtiges Element des Wiederaufbaus nach Konflikten
Die Verbindung zwischen Land und Identität stellte auch anschließend Prof. Dr. Fabian Thiel in den Mittelpunkt seines Beitrags. Land, so Thiel, ist Teil der eigenen Identität. Daher kommen auch der sozialen Bodenpolitik und Landmanagement eine große Bedeutung im Wiederaufbau Syriens zu.
Thiel ist seit 2018 Professor für Immobilienbewertung und Grundstücksrecht an der Frankfurt University of Applied Sciences und forscht und lehrt nationales und internationales Immobilienrecht, Immobilienbewertung, Bodenordnung, Planungsrecht, Bodenpolitik und Rechtsgeografie. Sein besonderes Interesse gilt dem Management von öffentlichem Land und der Entwicklung einer Bodenpolitik.
Gerade in einem Nachkriegssyrien sei eine solche Bodenpolitik wichtig, betonte Thiel: Wie geht man gerecht mit den Ansprüchen Geflohener und von dem Konflikt vertriebener um, die nun nach Syrien zurückkehren? Wie werden Besitzansprüche gerecht an die aktuelle Situation angepasst? Wie werden Restitution oder Kompensation geregelt? Wie soll mit öffentlichem Land, Naturschutzgebieten, kulturellen Stätten verfahren werden?
Forderung nach einer öffentlichen Erklärung zur Bodenpolitik im Nachkriegs-Syrien
In den arabischen Ländern, so Thiel, ist der größte Teil des Bodens öffentliches Land. Für ihn ist es daher zwingend notwendig, dass die Regierung auf höchster Ebene unter Zuhilfenahme der erhobenen digitalen Daten und 3D-Kataster eine Vision und Strategie entwickelt, wie mit öffentlichem Land zukünftig verfahren werden soll. Mithilfe einer „Land Valuation Policy Declaration“ kann so – gerade nach Konflikten – geregelt werden, welches Land z.B. in öffentlicher Hand bleibt, welches privatisiert wird, welche Naturschutzgebiete und natürliche Ressourcen erhalten oder kulturellen Stätten geschützt werden.
Er appellierte daher zum Abschluss seines Vortrags an die neue Regierung Syriens, eine eigene, zukunftsweisende Bodenpolitik zu entwickeln und in einer öffentlichen Erklärung festzuhalten.
Im Anschluss machte das Publikum intensiv Gebrauch von der Möglichkeit, Fragen an die beiden Referenten zu stellen und die Thematik des Wiederaufbaus und Fragen der sozialen Bodenpolitik eingehender zu diskutieren.
Wer an diesem Abend nicht dabei war, aber an dem Thema interessiert ist, findet eine ausführliche Darstellung in dem von Rahaf Orabi und Fabian Thiel gemeinsam herausgegebenen multidisziplinäre Buch „Reviving Aleppo - Urban, Legal and Digital Approaches for Post-War Recovery.
Tuesday, 13 October 2026, 18:00 hrs.
DAFG e.V., Wallstr. 61, 10179 Berlin
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...immer Montags um 18:15 (ab 24.08.2026)
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Anfang Oktober heißt es wieder Vorhang auf für den arabischen Film in Stuttgart/Tübingen
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