DAFG, Politik

8. German Arab Gulf Dialogue 2026

Deutschland und die Golfstaaten in bewegten Zeiten

 

Mit Prinz Turki AlFaisal, Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour

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DAFG, Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Staatsbesuchs des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate S.H. Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan

Milliardeninvestitionen in Bayern vereinbart.

München, 11.09.2026

DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu und

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DAFG

DAFG neuer Netzwerkpartner des GJU-Projektbüros

Seit Juli 2026 ist die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. neuer Netzwerkpartner des

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DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Ash-Shabaka: Kalligrafie-Workshop für Lehrkräfte

„Entspannend nach einem langen Schultag“ und „gut zum Abschalten vom Unterricht“ – so beschrieben die Teilnehmer:innen

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DAFG, Politik

Die Konrad-Adenauer-Stiftung mit einer Delegation libyscher Nachwuchskräfte zu Gast bei der DAFG

Im Rahmen des „Revitalizing Libyan-German Dialogue“-Programm der Konrad-Adenauer-Stiftung, das vom 8. bis 13. Juni 2026

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DAFG, Politik

8. German Arab Gulf Dialogue 2026

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Deutschland und die Golfstaaten in bewegten Zeiten

 

Mit Prinz Turki AlFaisal, Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour sowie hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Diplomatie, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierte der achte German-Arab Gulf Dialogue in Berlin, wie aus gemeinsamen Sicherheitsinteressen eine engere Zusammenarbeit entstehen kann. Die Konferenz lieferte damit wichtige Impulse für den bevorstehenden EU–GCC-Gipfel.

Sicherheit am Golf betrifft Deutschland und Europa unmittelbar. Gestörte Handelswege, Bedrohungen kritischer Infrastruktur und Unsicherheit über bestehende Partnerschaften verbinden die Herausforderungen beider Regionen. Vor diesem Hintergrund brachte der achte German-Arab Gulf Dialogue on Security and Cooperation, organisiert von der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V., am 21. und 22. September 2026 in Berlin Teilnehmende unter dem Leitmotiv „GCC–Germany–EU: Strategic Partners in Volatile Times“ zusammen.

Der besondere Wert der Konferenz lag in der Verbindung strategischer Debatten mit konkreten Feldern der Zusammenarbeit. Als hochrangiges Forum für die Beziehungen zwischen Deutschland und den Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates (GCC) brachte sie politische Entscheidungsträger mit Akteuren zusammen, die an den diplomatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen dieser Partnerschaft arbeiten.

DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu eröffnete die Konferenz, deren achte Ausgabe für die Kontinuität dieses Austauschs auch in Zeiten tiefgreifender regionaler Veränderungen steht. In einer Videobotschaft unterstrich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Bedeutung der Beziehungen zu den Golfstaaten und das Potenzial einer Zusammenarbeit auf der Grundlage gegenseitigen Respekts.

Ein Höhepunkt war das Spotlight-Gespräch zwischen dem international bekannten Moderator und Journalisten Ali Aslan und dem Ehrenvorsitzenden der Konferenz, S.K.H. Prinz Turki AlFaisal. Im Gespräch mit Aslan rückte Turki die Sicherheitsinteressen der Region in den Mittelpunkt. Er machte deutlich, dass die Golfstaaten die Folgen eines Krieges tragen müssten, den sie nicht als ihren eigenen betrachteten. Zudem sprach er über die Notwendigkeit, Sicherheitsbeziehungen neu zu bewerten und zusätzliche Partnerschaften zu stärken. Sein Beitrag verdeutlichte die gemeinsame Verantwortung Europas und der Golfstaaten, ihr internationales Umfeld aktiv mitzugestalten.

Omid Nouripour, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, betonte, wie wichtig es sei, den Anliegen der Region zuzuhören. Er verband Solidarität mit den Golfstaaten mit gemeinsamen Interessen an sicheren Handelswegen und internationalen Regeln. Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, sprach über den Schutz kritischer Infrastruktur – ein weiteres Feld, in dem sich die Sicherheitsinteressen beider Regionen unmittelbar berühren.

Das erste VIP-Panel untersuchte die Voraussetzungen einer vertieften strategischen Partnerschaft. Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Botschafter a.D. Bernd Mützelburg und Dr. Ahmed Albanna, ehemaligem Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Indien und Mitglied des DAFG-Vorstands, diskutierten unter anderem Prof. Dr. Saad Bin Tiflah Al Ajmi, ehemaliger Informationsminister Kuwaits, und Prof. Dr. Volker Perthes. Perthes war von 2021 bis 2023 Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Sudan und Leiter der UN-Mission UNITAMS und ist Senior Distinguished Fellow der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Mohammed Abdul Rahman Baharoon, Generaldirektor des Dubai Public Policy Research Center b’huth, sowie die Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und Stephan Mayer brachten weitere Perspektiven in die Diskussion ein.

Das Panel verknüpfte regionale Sicherheit mit wirtschaftlicher Transformation, Bildung und Forschung. Dabei blieben unterschiedliche sicherheitspolitische Ansätze sichtbar: Perthes sprach sich für eine mehrschichtige Sicherheitsarchitektur aus, die auch regionale vertrauensbildende Maßnahmen unter Einbeziehung Israels und Irans umfasst. Die Debatte zeigte, weshalb eine belastbare Partnerschaft den kontinuierlichen Austausch über unterschiedliche Bedrohungswahrnehmungen, Verantwortlichkeiten und Vertrauen braucht.

Ein zweites VIP-Panel unter der Moderation von Dr. Cinzia Bianco widmete sich der Zusammenarbeit in einzelnen Politikfeldern. Zu den Teilnehmenden gehörten Dr. Mohammed Ibrahim Al Dhaheri, stellvertretender Generaldirektor der Anwar Gargash Diplomatic Academy, Clemens Hach, im Auswärtigen Amt zuständig für den Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika, und Botschafter Saad M. Alarify, ehemaliger Leiter der saudischen Vertretung bei der Europäischen Union.

Mit Dherar Belhoul Al Falasi, Vorsitzendem, CEO und Mitgründer der Al Majlis Group sowie ehemaligem Mitglied des Föderalen Nationalrates der Vereinigten Arabischen Emirate, Sonja Neuweiler, Senior Advisor der Berghof Foundation, und Sascha Tomaczewski, Chief Security Officer bei Covestro und Mitglied des DAFG-Beirats, vereinte das Panel zudem Erfahrungen aus Politik, Friedensförderung und Unternehmenssicherheit. Die Diskussion verband Mediation und Konfliktmanagement mit öffentlicher Diplomatie, technologischer Entwicklung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Die Workshops vertieften diese Fragen. Der gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und dem Gulf Research Center organisierte Austausch unter dem Vorsitz von Christian Hanelt und Dr. Christian Koch behandelte Schutz, Diplomatie und Konnektivität als Prioritäten der EU–GCC-Zusammenarbeit. Zusammen mit den Beiträgen der Berghof Foundation zu Konfliktmanagement und Mediation rückte er den regionalen Dialog und praktische Kooperationsmöglichkeiten in den Mittelpunkt der Sicherheitsdebatte.

Das Wirtschaftspanel unter dem Vorsitz von RA Wolf R. Schwippert, Mitglied des DAFG-Vorstands, erörterte, wie sich die Beziehungen über den Warenhandel hinaus zu gegenseitigen Investitionen, Diversifizierung und belastbaren Verbindungen weiterentwickeln lassen. Dr. Dorothea Schütz vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Tim Wenniges, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von UBW – Unternehmer Baden-Württemberg, gingen unter anderem auf die Voraussetzungen ein, unter denen aus politischen Zielsetzungen konkrete wirtschaftliche Aktivitäten werden können. Transparente Regulierung, Zugang zu öffentlichen Aufträgen und Investitionsschutz standen ebenso zur Diskussion wie die Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein EU–GCC-Freihandelsabkommen.

Der CARPO-Workshop zu KI, Digitalisierung, Zukunftstechnologien und Cybersicherheit verdeutlichte, wie sich die Grundlagen technologischer Zusammenarbeit verändern. Die GCC-Staaten bauen eigene Kompetenzen, Rechenzentren und digitale Ökosysteme auf. Daraus entstehen Chancen für gemeinsame Entwicklung: Europäisches Know-how und industrielle Erfahrung können mit Investitionen und Infrastruktur am Golf verbunden werden, wobei beide Seiten als Partner an der Gestaltung neuer Technologien mitwirken.

Die Energiediskussionen untersuchten, wie Versorgungssicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und der Übergang zu emissionsärmeren Energiesystemen gemeinsam vorangebracht werden können. Beiträge forderten, Handelsbarrieren zu senken und regulatorische Anforderungen zu überprüfen, die die Zusammenarbeit erschweren. Am Beispiel Wasserstoff wurde deutlich, dass Produktionskapazitäten mit Infrastruktur, tragfähigen Kosten und verlässlicher Nachfrage zusammenpassen müssen. Auch der Workshop zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie benannte langfristige politische Verlässlichkeit als Voraussetzung für Investitionen, Technologieaustausch und industrielle Partnerschaften.

Die gesellschaftlichen Grundlagen der Beziehungen bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Diskussionen über Beschäftigung, Qualifizierung und Arbeitsbedingungen griffen die Veränderungen der Arbeitsmärkte auf. Bildung, kultureller Austausch und gemeinsame Forschung wurden als wesentliche Bestandteile einer Partnerschaft hervorgehoben, die auch jüngere Generationen einbezieht. Das Young Leaders Forum, organisiert vom Kooperationspartner The Diwan, ergänzte das Konferenzprogramm um ein eigenes Format für junge Führungskräfte. Weitere Gespräche widmeten sich der Beilegung wirtschaftlicher Streitigkeiten und der Rolle des Journalismus für ein besseres gegenseitiges Verständnis.

Mit Blick auf den bevorstehenden EU–GCC-Gipfel schufen die Berliner Diskussionen eine inhaltliche Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Sie zeigten konkrete Handlungsfelder auf: den regionalen Dialog stärken, Investitionsbedingungen verbessern, Technologien gemeinsam entwickeln, Hindernisse in der Energiezusammenarbeit angehen und den fachlichen wie gesellschaftlichen Austausch fortsetzen. Diese Ansätze gingen aus unterschiedlichen Perspektiven hervor; sie sind keine gemeinsam verabschiedete Erklärung.
Der achte Dialogue machte deutlich, welchen Wert es hat, diese Perspektiven zusammenzuführen. Sein Beitrag reicht über die Konferenztage hinaus: Die entstandenen Ideen, Kontakte und Kooperationsansätze können von Institutionen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen aufgegriffen und weiterentwickelt werden.

Ausgewählte Beiträge und Eindrücke des achten German-Arab Gulf Dialogue finden Sie auf der Kongresswebsite.

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