8. German Arab Gulf Dialogue 2026
Deutschland und die Golfstaaten in bewegten Zeiten
Mit Prinz Turki AlFaisal, Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour
...11. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin
In Kooperation mit Alsharq e.V.: Der moderne Staatsbildungsprozess im Mittleren Osten hat Kurdistan zur Peripherie und Grenzregion der Staaten Türkei, Irak, Syrien und Iran gemacht. Symbol der Peripherie ist das von Bergen umgebene kurdische Dorf, das als zentrales Motiv in der kurdischen Nationalvorstellung gilt.
Diese romantisierte Vorstellung vom kurdischen Leben entspricht der heutigen Realität jedoch relativ wenig: Die systematische Zerstörung kurdischer Dörfer in der Türkei und im Irak während des 20. Jahrhunderts forderte nicht nur zahlreiche Todesopfer, sie zwang auch die Überlebenden zur Migration in die Städte. Vor diesem Hintergrund stellt der vermeintliche Wandel von einer dörflichen Lebensweise hin zu urbanen Ballungszentren ein relativ neues Phänomen dar.
Die Kombination aus wirtschaftlichen und ökologischen Problemen bewegt seit einiger Zeit verstärkt KurdInnen dazu, die dörfliche Lebensweise vom Selbstanbau grundlegender Nahrungsmittel wiederzubeleben. Stellt diese Abkehr von der Stadt eine Renaissance von Selbstversorgung in Zeiten von Krieg und Krise dar? Sind es Krieg und Krise, die somit eine ökologische Lebensweise fordern?
Zur Referentin: Schluwa Sama promoviert derzeit zur politischen Ökonomie Irakisch-Kurdistans am Centre for Kurdish Studies, University of Exeter in England.
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